Historie
Die Entstehung
Im Jahre 1239 wird in der Chronik von Hochheim erstmals erwähnt, dass die Geistlichen des Doms zu Mainz als Lohn für ihre priesterliche Tätigkeit ein halbes Fuder Wein erhielten. In dieser Zeit ging Hochheim in den Besitz der Bischöfe und des Domkapitels von Mainz. Unter den Domherren entstand der Gebäudekomplex als Weinbaubetrieb, der bald weltbekannt wurde unter dem Namen „Dompräsenzhof“.
Gleichzeitig wurde das Gebäude von den Bischöfen und Domherren als Ort des Rückzugs benutzt, in dem man wohnen konnte um dort ein gutes Gläschen des eigenen Weines zu trinken. Zwischen 1664 und 1668 wird erstmalig der Anbau von Rotwein in Hochheim durch die Domherren erwähnt, hier wird der „Domscholaster von Metternich“ zitiert.
1490 wird Erzbischof Bertold erwähnt, als er einen Zehntstreit zwischen dem Domkapitel und den Bauern in Hochheim schlichtete. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert werden dann sehr oft Aktivitäten des Domkapitels in Hochheim beschrieben. Sie und einige Klöster beherrschten damals den Weinbau in Hochheim. Sie bestimmten wo der Wein getrunken werden durfte, ob in Hochheim oder anderswo. Sie schützten damals den Hochheimer Wein gegenüber der Zulieferung von fremden Weinen, sorgten aber andererseits dafür, dass der Weinhandel in Richtung Norden, Holland wird gezielt erwähnt, funktionierte.
Am 02. September 1682 regelten z.B. Erzbischof Anselm Franz und das Domkapitel den Weinverkauf in Hochheim. Im September 1723, zitiert die Chronik, dass sich das Domkapitel und die Klöster auf eine neue Vermarktung des Hochheimer Weines verständigten, was den Hocheimern aber nicht gefiel. Die Protokollführer des Domkapitels sorgten dafür, dass der damalige Weinbau zu Hochheim so gut für die Nachwelt dokumentiert ist.
1833 berichtet die Chronik dann auch über die Herstellung von moussierendem Wein, Ursprung der heutigen Hochheimer Winzersektes.
In den letzten 10 Jahren wurden im Rheingau durchschnittlich 8.600 Liter Wein je Hektar (10.000 qm) geerntet.
Besitzerwechsel
In der Chronik von Hochheim steht geschrieben, dass seit 1823 der „Dompräsenzhofe, Kirchstraße 38, jetzt im Besitze des Herrn Banquiers Aschrott von Cassel ist“. Herr Aschrott war ein wohlhabender Bürger seiner Zeit und nutzte das Gebäude ebenfalls nur als Ort des Rückzuges, besonders für seine Ehefrau. Die Familie hat in mehreren Generationen dort Weinbau in ihrem Namen betreiben lassen und wie die Mainzer Bischöfe und Domherren dort nie tatsächlich gelebt, sondern nur den Sommer verbracht. Das Gut war über die folgenden Generationen hinweg mit Gutsverwaltern besetzt, in den letzten zwei Generationen, von einer uns persönlich bekannten Hochheimer Weinbaufamilie. Der heute noch lebende Erbe gab das Weingut weiter, auf dass es in seinem Sinne in die Zukunft geführt werde und zu neuem Glanz komme. Wir freuen uns genau das tun zu dürfen und neben dem Weinbau, der Stadt Hochheim und seinen Gästen, wieder einen Gastraum in diesem alt ehrwürdigen Denkmal anbieten zu dürfen.
Aktuelle Situation
Nun ist in diesen alt ehrwürdigen Gemäuern wieder eine Bewirtschaftung wie zur Gründungszeit und in den Händen der Mainzer Bischöfe und Domherren.
Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex (Wohnhaus, Wirtschaftsräume und die schönen Kellergewölbe), wurde in Kooperation mit der Denkmalschutzbehörde komplett saniert. Die Wohnungen im Hause sind schon, wie damals, wieder als herrschaftliche Wohnungen genutzt.
Im Keller wird, wie zu Gründerzeiten, vornehmlich Wein der Rebsorte Riesling ausgebaut, der auf unserer rund 40.000 qm großen Weinbergsfläche geerntet wird. Leidenschaftliche Fachleute, Winzermeister und Weinbauingenieur sorgen dafür, dass wir nun im neu entstandenen hochwertigen deutschen Restaurant wieder den hier produzierten Wein trinken können, wie es bereits die „Mainzer Bischöfe und Domherren und der Herr Aschrott“ über Jahrzehnte getan haben. Wir möchten darüber hinaus die alte Tradition wieder einführen, dass man sich nach dem Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul, hier trifft, um den Sonntag mit einem Gläschen Wein und mit einem Mittags- oder Abendmahl zu krönen.

